Der Carneval in Venedig ist im Jahre 1979 durch Künstler und Studenten wieder belebt worden, nachdem er fast 200 Jahre verboten war. Seit 1998 nehmen wir aktiv am Carnevale in Venedig mit selbst hergestellten aufwändigen Kostümen und Masken teil. In unserem Maskenkurs kann die perfekte und originale Herstellung von venezianischen Carnevals-Masken nach traditioneller Art erlernt werden. Unser Können haben wir direkt bei einem befreundeten Maskenbildner in Venedig erlernt.

Ein Horgner Ehepaar verblüfft Venedig

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Dienstag, 14. Februar 2012, Text Ueli Zoss, Bild Reto Schneider

Jedes Jahr reisen Rolf und Susi Schäfer an den weltberühmten Carnevale in Venedig. Nicht als Zuschauer, sondern als Akteure mit selbstkreierten Kostümen und Masken.

Die Erinnerungen an Venedig halten Rolf und Susi Schäfer in einem Fotoalbum fest. Die Schnappschüsse zeigen das Ehepaar aus Horgen in den engen Gassen hinter der Via Giuseppe Garibaldi, auf der Piazza San Marco oder auf der Rialtobrücke, einer weiteren Sehenswürdigkeit in der Lagunenstadt. Es posiert aber nicht als Touristen. Es ist von Kopf bis Fuss verkleidet, trägt Kostüme und Masken, die zum Carnevale gehören wie die Sambamusik zum Karneval in Rio de Janeiro. Das Besondere an den festlichen Gewändern ist: Allesamt sind sie von Rolf und Susi Schäfer bis ins Detail von Hand gefertigt. Die Karnevalsroben sehen fantastisch aus. Es sind 24 Stück an der Zahl, wobei das Paar stets gleich gekleidet ist, mal in grün-blauen Farben, in Rot, in Schmetterlings- oder Regenbogenfarben. Den Unterschied macht einzig die Beinkleidung aus. Sie trägt Rock, er Hosen.

2011 trugen sie diese Engelkostüme, heuer etwas mit Muscheln. Das Horgner Ehepaar Rolf und Susi Schäfer fährt jedes Jahr an den Karneval in Venedig.

Auch Fasnächtler

Eines der Kostümpaare hat Goldschmied Rolf Schäfer in seinem Geschäft Goldschmitte in Wädenswil ausgestellt. Es sind Engelskostüme in Rot-Blau, welche die beiden im letzten Jahr während des Carnevale getragen haben. Für das Entwerfen und Herstellen von Karnevalsroben kommt ihm das Handwerk des Goldschmieds zugute. «Seit Herbst haben meine Frau und ich über 200 Stunden an den neusten Kostümen gearbeitet», sagt er. Vom 15. bis 20. Februar lassen sich die beiden wieder vom Carnevale verzaubern. Die Flüge sind gebucht, die Habitués haben das Hotelzimmer längst reserviert. Begonnen hat diese Leidenschaft, als Freunde ihnen vom Riesenspektakel berichteten, das sich alljährlich in Venedig abspielt. Das wollten sie selbst erleben – und wenn schon, dann mit einem eigenen Kostüm. Wie genau die neuste Karnevalsrobe aussieht, will Susi Schäfer nicht verraten. «Es hat etwas mit Muscheln zu tun. Wir werden die Kostüme auch am Fasnachtsumzug tragen, das soll eine Überraschung bleiben.» Die beiden sind bekannt für ihre Auftritte in Wädenswil. «Das sind wohl der Goldschmied und seine Frau, hören wir am Umzug die Leute oft untereinander reden », erklärt Rolf Schäfer. Auch wenn sie wegen der Masken nicht erkannt werden, ist es ziemlich einfach, sie im Pulk der Leute auszumachen. Man muss lediglich nach den Kostümen mit den wohl meisten Raffinessen Ausschau halten.

Zahlreiche Bewunderer

Für die Dauer ihrer maskierten Auftritte haben die Schäfers eine Art Verhaltenskodex entwickelt. «Wir schweigen immer und begeben uns ganz langsam durch die Massen hindurch.» Das führt bisweilen zu komischen Begebenheiten. Susi Schäfer erinnert sich lachend: «Es standen in Venedig schon Schweizer neben uns, die einander in breitestem Zürcherdialekt zuflüsterten: Schau dir die zwei an, das müssen Venezianer sein!» Ihr gefällt das Maskieren und Hineinschlüpfen in eine andere Person. «Wir bleiben unerkannt und werden zugleich von allen beobachtet.» Ihr Mann fügt an: «Wenn wir dann jeweils in einem Restaurant unsere Masken abnehmen, wollen alle wissen, wer genau denn zum Vorschein kommt.» In solchen Momenten brechen die Schäfers das Schweigen, unterhalten sich mit den Leuten und nehmen die Komplimente für ihre Kostüme gerne entgegen.