Premiere

Freitag, 01. März 2019

19:30 Uhr

Türöffnung und Essen ab 18:30 Uhr

Kulturhalle Glärnisch

 

 

Bericht 2018: Der erste Auftritt der Wädi-Büezär

Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Montag, 12. Februar 2018 Text Gaby Scheider, Fotos Manuela Matt

 

In Lederhose und kariertem Hemd betritt der unterhaltsam durchs Programm führende Brauni (Bruno Cogliati) die Bühne. Er weiss, wie er sein Publikum in Stimmung bringen kann. Zu Klängen des Gabalier-Songs «Hulapalu» dürfen die Gäste Servietten über ihren Köpfen schwingen. Und Brauni kündigt an, dass sich der unselige Schiffsfünfliber bei ihm wie auch den anderen Schnitzelbankfestlern wie ein roter Faden durchs Programm ziehen wird. «Schiffli fahred uf em See, der Füfliber macht es Loch i miis Portemonnaie», trällert Brauni ins Publikum. Später rechnet er vor, was man alles mit fünf Franken finanzieren könnte, beispielsweise 0,5 cm der Reparatur des Seeuferwegs.

Die Jungtambouren zeigen als nächste Nummer, was sie mit ihren Trommelschlegeln alles anstellen können. Flott, gut einstudiert und leuchtfarbig ist ihr Auftritt, ebenso wie derjenige ihrer grossen Kollegen, der Tambouren, deren vielseitige, sogar artistische Darbietungen das Publikum im zweiten Teil zu Standing Ovations hinreissen.

Der versunkene Seeuferweg ist mehrmals Thema, auch bei den mittelalterlichen Halbedlä, die auch Stapi Philipp Kutter aufs Korn nehmen. Die Sprayattacke auf sein Haus hätte als Werbung durchgehen können, doch Rot und Schwarz seien nun mal nicht die Farben der CVP. Trump und Kim Jong-un hätten beide die gleich beschissene Frise, finden die halbedlen Ritter aus Wädenswil. Die Nachbargemeinde Schönenberg und einer ihrer Gemeinderäte, «der als Gott der Rebellion » bezeichnet wird, ist nicht nur den Halbedlen einen Schnitzelbankvers wert. Lokale Fettnäpfchen wie der falsch beschriftete Gwadweg folgen.

Wenn sich Ebner freut
Gespannt wartet man auf den Auftritt der Wädi-Büezär. Sie treten die Nachfolge der legendären Panzerknacker an. Eine Gruppe von kräftigen jungen Männern mit strammen Waden und witzig dekorierten Helmen performt, unterstützt von satirischen Zeichnungen. Sie haben das «Seebuben-Lied» als musikalische Grundlage genommen, dessen Refrain «Ohe oho, die Büezär sind do» anfangs noch zögerlich mitgesungen wird. 15 Mitglieder umfasst die Fasnachtstruppe, ein Teil davon tritt auf und besingt unter anderem die Bundesratsträume des Stadtpräsidenten. «Einen guten Start» hätten sie hingelegt, sagt Präsident Lehmann. Letzten Sommer habe die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) verschiedene Interessierte eingeladen, eine neue Schnitzelbankgruppe zu bilden. Nun sei er froh, dass die Büezär sich da zusammengefunden hätten.

Die noch vorhandene Telefonkabine der Luggebüesser kann mit witzigen Anrufen ans Bauamt, die Stadtverwaltung und andere Zeitgenossen ein launiges Zeugnis von Wädenswiler Besonderheiten abgeben.

Ein sicherer Wert für gelungene Satire sind die Wädi-Wüelmüüs. Über das Gymi in der Au habe sich Ebner «gfroit wie e chlises Chind, will siini Schpekulazione jetz uufgange sind», ist einer ihrer träfen Verse.

Dass S’Annekäthi Huuser ein Grosi mit Durchblick ist, merkt auch ihr Pfleger Gilbert. Im Dialog mit ihm kann sie ihre Pointen ins Publikum werfen. Auch die NFG bekommt von Annekäthi ihr Fett weg: Die habe mit Buchstaben auf der Fasnachtsplakette gespart. Dieses Schnitzelbankfest beinhaltet auch eine Hommage an Brigitte und Peter Wirz, die Wirte des Restaurants Nöihüüsli, die Ende April aufhören und deren Wirken dankbar beklatscht wird. Ein Fest für Auge und Ohr bieten die Guggen. Trubadix hat als Motto «Die Schöne und die Biester». Die Schöne dirigiert ihre zottligen Männer und Frauen, die ihr Heimspiel sichtlich geniessen. Zottlig kommen auch die Wadin- Schränzer daher. Auf ihrem «Grind» sitzen grimmig wirkende Schafsköpfe. Sie heizen am Ende des Schnitzelbankfests dem Publikum noch mal richtig ein.