Premiere

Freitag, 01. März 2019

Kulturhalle Glärnisch

19:30 Uhr

Türöffnung und Essen ab 18:30 Uhr

Eintritt: CHF 25.--, Goldplaketten gratis

Durch den Abend führen:

Brauni (roter Faden), Anne-Käthi Huuser, Diä Halb-Edlä vo Wättischwil, Jungtambouren, Luggebüesser, Tambouren, Trubadix, Wädi Büezer, Wadin Schränzer, Wüelmüüs

Menüs (in beschränkter Anzahl)

  • Fleischmenü; Schweinsgeschnetzeltes an Jägersauce, hausgemachte Spätzli, 2-farbige Rüebli (Gelb und Orange), CHF 20.--
  • Vegimenü; Vegetarischer Hackbraten mit Rotweinsauce, hausgemachte Spätzli 2-farbige Rüebli (Gelb und Orange), CHF 16.--

Snack (durchgehend)

  • Wienerli und Hüttnerli mit Senf und Brot, CHF 7.--

Bericht 2019: Fasnächtler luden zum Badespass

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 04. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Sabine Rock

Die Neue Fasnachtsgesellschaft veranstaltete am Freitag ihr Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch. Durch den Abend führte Brauni als selbst ernannter Bademeister der Brättlibadi.
 
Obwohl in der fünften Jahreszeit noch keine hochsommerlichen Temperaturen herrschen, wurde am Freitagabend in der Kulturhalle Glärnisch bereits die Badisaison eröffnet. Als Bademeister der Brättlibadi hiess Brauni (Bruno Cogliati) die Gäste zur Premiere des diesjährigen Schnitzelbankfests willkommen und führte durch den Abend. Zu Beginn teilte er den Saal in verschiedene Badibereiche ein. «Da vorne rechts ist die Frauenabteilung», bestimmte er und fügte hinzu: «da wird öfter reklamiert.» In der Männerabteilung hingegen gehe es ruhiger zu. Dort habe der eine oder andere schon den Schwimmreif umgeschnallt. Schnell wähnten sich auch die Gäste im Badifieber und machten eine Welle durch den ganzen Saal. Bademeister Brauni wurde nicht müde, zwischen den Programmpunkten aus der Badifundkiste zu plaudern. «Fehlt noch der Zürichsee», sagte er und zeigte auf die Bühne, auf der die «Gruppen durch den Abend schwimmen».

Haarverliebte Wädenswiler
Den Auftakt bildeten die Jungtambouren, die als coole Gang die Bühne betraten. Sie zeigten eindrücklich, dass sie den Takt auch auf und mit Wasserkanistern angeben können, und begeisterten das Publikum mit ihrer präzisen Performance. Nicht still blieb das Telefon der Luggenbüesser. Der Draht zur Stadtverwaltung, zu Frau Müller, zur Stadtpolizei und zum Bauamt lief regelrecht heiss. Auch wenn der Anrufer etwas Geduld brauchte, bis auf dem Bauamt jemand abnahm. Die Anfragen wurden wohlwollend entgegengenommen und schlagkräftig beantwortet. So tröstet die Stadtverwaltung eine Anruferin, die das Eisfeld auf dem Seeplatz schmerzlich vermisst. Sie könne ja jetzt den durch die Fusion gewonnenen Hüttnersee zum Schlittschuhlaufen benutzen. Was die Schliessung von Bär Sport über die Wädenswiler aussagt, weiss Frau Müller trefflich am Telefon zu beantworten. «Haarverliebt und Sportmuffel», lautet ihr Fazit. Kein Auge trocken blieb bei den Anrufen von Strassenreiniger Giuseppe, der im Telefonat mit dem Bauamt mehrfach mit italienischem Akzent seine Unschuld betreffend den fehlenden Zebrastreifen bekundete.
Mit schrägen Tönen, aber trefflichen Reimen singen die Wädi-Büezär über die schlechte Beizensituation und das Lädelisterben in Wädenswil. Auch die grosse Coiffeurdichte in der Gemeinde und die vom Kanton Schwyz ausgeweitete Grenze machten sie zum Thema. Nach dem Verschwinden der Blumenrabatten im letzten Jahr sorgen sie sich in diesem um die Zebrastreifen. Zwar hat Wädenswil derzeit kein Eisfeld mehr, dafür kann es mit einer neuen Eishockeymannschaft aufwarten. Die Gugge Wadin-Schränzer Wädischwyl lief in schwarz-roten Tenüs ein und holte die Gäste mit «Atemlos» auf die Beine.
 
Wüelmüüs zum letzten Mal
Musikalisch ging es im zweiten Teil des Abends weiter. Die Gugge Trubadix sorgte mit «Das ist alles nur geklaut» für ausgelassene Stimmung und animierte die Wadin-Schränzer zu einer Polonaise durch den Saal.
Einen Blick über den Tellerrand und die teilweise neuen Grenzen Wädenswils hinaus wagten die Halb-Edlä vo Wättischwil. Die Aktionen der Richterswiler wurden argwöhnisch belächelt. Aber auch den durch Wildtatar erkrankten Horgner Gemeinderat ziehen die Halb-Edlä vo Wättischwil durch den Kakao. Ganz zu schweigen von den im Nachbarland lebenden Gummihälsen.
Sehr zum Bedauern des Präsidenten der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, kommt das Publikum dieses Jahr zum letzten Mal in den Genuss der spitzen Verse der Wüelmüüs. In üblicher Wüelmüüs-Manier sangen sie ihre pointierten Verse über die fehlenden Kirchenbänke, die Machtübernahme des «Chrampfadergschwaders in der Brättlibadi» und warum sie Jacqueline Fehr «voll näb de Schpuur» finden. Weshalb Stadtpräsident Kutter jetzt, wo er in Bern angekommen ist, statt vom Hebel der Macht lieber vom Handy Gebrauch macht, können die Wüelmüüs nicht nachvollziehen.
Dann ist die Bühne frei für Grosi Annekäthi Huuser. Mit ihrem Pfleger Gilbert tauscht sie Klatsch und Tratsch aus und verrät, als was sie sich an Fasnacht verkleiden wird: Franzose. Kaum gesagt, zieht sie sich eine gelbe Weste an. Mit Wortwitz und Situationskomik strapaziert das ungleiche Paar auch zu später Stunde die Lachmuskeln des Publikums.
Annekäthi Huuser und ihr Pfleger Gilbert sorgten mit ihrem komödiantischen Talent für viel Gelächter im Publikum.
 
Bademeister Brauni demonstrierte die Haltung fürs Sonnenbad.

Die Wüelmüüs sangen zum letzten Mal ihre treffenden Reime.
Giuseppe beschäftigte das Bauamt der Luggenbüesser mit Anrufen.

Sie stehen für schlechten Gesang und lustige Verse: Die Wädi-Büezär.
Die Nachbargemeinden blieben von den Halb-Edlä nicht verschont.
Die Wadin Schränzer sorgten als Eishockeyspieler für Stimmung.

Bericht 2018: Der erste Auftritt der Wädi-Büezär

Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Montag, 12. Februar 2018 Text Gaby Scheider, Fotos Manuela Matt

In Lederhose und kariertem Hemd betritt der unterhaltsam durchs Programm führende Brauni (Bruno Cogliati) die Bühne. Er weiss, wie er sein Publikum in Stimmung bringen kann. Zu Klängen des Gabalier-Songs «Hulapalu» dürfen die Gäste Servietten über ihren Köpfen schwingen. Und Brauni kündigt an, dass sich der unselige Schiffsfünfliber bei ihm wie auch den anderen Schnitzelbankfestlern wie ein roter Faden durchs Programm ziehen wird. «Schiffli fahred uf em See, der Füfliber macht es Loch i miis Portemonnaie», trällert Brauni ins Publikum. Später rechnet er vor, was man alles mit fünf Franken finanzieren könnte, beispielsweise 0,5 cm der Reparatur des Seeuferwegs.

Die Jungtambouren zeigen als nächste Nummer, was sie mit ihren Trommelschlegeln alles anstellen können. Flott, gut einstudiert und leuchtfarbig ist ihr Auftritt, ebenso wie derjenige ihrer grossen Kollegen, der Tambouren, deren vielseitige, sogar artistische Darbietungen das Publikum im zweiten Teil zu Standing Ovations hinreissen.

Der versunkene Seeuferweg ist mehrmals Thema, auch bei den mittelalterlichen Halbedlä, die auch Stapi Philipp Kutter aufs Korn nehmen. Die Sprayattacke auf sein Haus hätte als Werbung durchgehen können, doch Rot und Schwarz seien nun mal nicht die Farben der CVP. Trump und Kim Jong-un hätten beide die gleich beschissene Frise, finden die halbedlen Ritter aus Wädenswil. Die Nachbargemeinde Schönenberg und einer ihrer Gemeinderäte, «der als Gott der Rebellion » bezeichnet wird, ist nicht nur den Halbedlen einen Schnitzelbankvers wert. Lokale Fettnäpfchen wie der falsch beschriftete Gwadweg folgen.


Wenn sich Ebner freut
Gespannt wartet man auf den Auftritt der Wädi-Büezär. Sie treten die Nachfolge der legendären Panzerknacker an. Eine Gruppe von kräftigen jungen Männern mit strammen Waden und witzig dekorierten Helmen performt, unterstützt von satirischen Zeichnungen. Sie haben das «Seebuben-Lied» als musikalische Grundlage genommen, dessen Refrain «Ohe oho, die Büezär sind do» anfangs noch zögerlich mitgesungen wird. 15 Mitglieder umfasst die Fasnachtstruppe, ein Teil davon tritt auf und besingt unter anderem die Bundesratsträume des Stadtpräsidenten.

«Einen guten Start» hätten sie hingelegt, sagt Präsident Lehmann. Letzten Sommer habe die Neue Fasnachtsgesellschaft Wädenswil (NFG) verschiedene Interessierte eingeladen, eine neue Schnitzelbankgruppe zu bilden. Nun sei er froh, dass die Büezär sich da zusammengefunden hätten.

Die noch vorhandene Telefonkabine der Luggebüesser kann mit witzigen Anrufen ans Bauamt, die Stadtverwaltung und andere Zeitgenossen ein launiges Zeugnis von Wädenswiler Besonderheiten abgeben.

Ein sicherer Wert für gelungene Satire sind die Wädi-Wüelmüüs. Über das Gymi in der Au habe sich Ebner «gfroit wie e chlises Chind, will siini Schpekulazione jetz uufgange sind», ist einer ihrer träfen Verse.

Dass S’Annekäthi Huuser ein Grosi mit Durchblick ist, merkt auch ihr Pfleger Gilbert. Im Dialog mit ihm kann sie ihre Pointen ins Publikum werfen. Auch die NFG bekommt von Annekäthi ihr Fett weg: Die habe mit Buchstaben auf der Fasnachtsplakette gespart. Dieses Schnitzelbankfest beinhaltet auch eine Hommage an Brigitte und Peter Wirz, die Wirte des Restaurants Nöihüüsli, die Ende April aufhören und deren Wirken dankbar beklatscht wird. Ein Fest für Auge und Ohr bieten die Guggen. Trubadix hat als Motto «Die Schöne und die Biester». Die Schöne dirigiert ihre zottligen Männer und Frauen, die ihr Heimspiel sichtlich geniessen. Zottlig kommen auch die Wadin- Schränzer daher. Auf ihrem «Grind» sitzen grimmig wirkende Schafsköpfe. Sie heizen am Ende des Schnitzelbankfests dem Publikum noch mal richtig ein.