Die Wüelmüüs schminken sich ab

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 15. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Moritz Hager/Manuela Matt
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Sie wühlten jedes Jahr Dorfpossen hervor und zogen Politiker durch den Kakao. Nun verabschieden sich Peter Dolder und Urs Hermann alias die Wüelmüüs von der Fasnachtsbühne.
Noch drei Jahre und die Wüelmüüs von Wädenswil hätten ihr 20-Jahr-Jubiläum gefeirt. Aber Peter Dolder und Urs Hermann, die hinter der Fasnachtsgruppe stehen, hatten einen anderen Grund als Ende der Wüelmüüs im Blick. «Wir haben immer gesagt, wenn Urs pensioniert wird, hören wir auf», sagt Peter Dolder. Das ist in diesem Jahr der Fall und so standen die beiden Wüelmüüs am vergangenen Samstag zum letzten Mal mit ihren grossen Mäuseköpfen, den schwarz geschminkten Nasen, im Frack und mit der Ukulele unter dem Arm auf der Bühne des Schnitzelbankfests in der Kulturhalle Glärnisch. Und auch die Beizenfasnacht müssen nun andere bestreiten, denn die auf den Punkt gebrachten Vierzeiler werden in Zukunft nicht mehr die Wüelmüüs dichten und musikalisch begleiten. «Die Fasnacht in Wädenswil muss sich ständig wandeln, sonst geht sie unter» ist Urs Hermann überzeugt.

50 Verse für einen Auftritt

Die Idee für die Wüelmüüs stammt von Urs Hermann, der bei der Glarner Kantonalbank tätig ist. Seine Fasnachtsbegeisterung kann - Beweisfotos zufolge - bis in sein zweites Lebensjahr zurückdatiert werden. «Damals war ich als kleiner Koch unterwegs», sagt Hermann. Später spielte er in einer Guggemusik und gründete eine Jazzgugge. «Diese begann dann allerdings irgendwann Schunkellieder zu spielen», sagt er. Die Begeisterung für die Fasnacht teilt er mit seinem damaligen Parteikollegen Peter Dolder, der beim Zweckverband Soziales Netz Bezirk Horgen arbeitet. Dieser war auch der erste, den Hermann anrief, um ihn für die Wüelmüüs zu gewinnen. «Wer sind denn die anderen Wüelmüüs», wollte Dolder von ihm wissen. «Es gibt nur Dich und mich. Das reicht», lautete die Antwort, und auch dass die Wahl auf Peter Dolder fiel, war kein Zufall, denn Hermann habe gewusst, dass dieser nicht Nein sagen kann.
Peter Dolder und Urs Hermann (rechts).

Mit ihren pointierten Versen begeisterten die Wüelmüüs das Fasnachtspulbikum. Nun haben Peter Dolder und Urs Hermann (rechts) ihre Mäuseköpfe versteigert.

2002 standen die beiden dann zum ersten Mal auf der Bühne des Schnitzelbankfests und begannen mit: «Liebi Lüüt, s isch wider sowiit, z Wättischwil isch Wüelmüüsziit...» und gaben ihre ersten Vierzeiler zum Besten. Während Dolder hin und wieder Ideen für die Verse lieferte, stammen die meisten jedoch aus der Feder von Urs Hermann. Gereimt hat er diese meistens nach Neujahr, denn dann wisse man, welche Dorfgeschichten im Laufe des Jahres bei den Leuten hängen geblieben seien. Manchmal lief es gut und er konnte zehn Verse hintereinander schreiben. Nie gingen die beiden mit weniger als 50 Versen an einen Auftritt, von denen sie aber nur eine Auswahl präsentierten. «Es wurde von Jahr zu Jahr schwieriger sich auf eine gewisse Anzahl zu beschränken», sagt Hermann. Im Laufe der Jahre haben die beiden aber auch eine Veränderung der Fasnacht festgestellt. «Die Sprüche sind politisch korrekter, dafür aber auch spitzer», sagt Hermann. Nur einmal sei es vorgekommen, dass eine Dame aufgestanden und gegangen sei. «Sie hat es nicht vertragen, dass wir einen Bundesrat durch den Kakao gezogen haben», sagt Dolder.

Köpfe versteigert

Die Wüelmüüs sorgten nicht nur am Schnitzelbankfest für Stimmung, auch an der Beizenfasnacht verschafften sie sich Gehör. Anfangs noch mit grossen Mäuseköpfen als Kopfbedeckung standen sie später auch mal mit Zylinder oder Kappe vor ihrem Publikum. Das selbst geschneiderte Kostüm passten sie immer mal wieder ans Motto an. Zum Beispiel bastelten sie ein Gestell für den Kopf als das Busbahnhofdach aktuelles Thema war oder traten mit blonder Mähne auf, als Donald Trump Präsident wurde.
Selbst wenn sie wollten, auch Gastauftritte wird es von den Wüelmüüs keine geben. «Wir haben keine Mäuseköpfe mehr», sagt Dolder. Diese haben sie zu Gunsten der Kinderfasnacht am Schnitzelbankfest für 300 Franken versteigert. Und so hiess es vergangenen Samstag definitiv zum letzten Mal: «Liebi Lüüt, s isch verbii, das sind d Wüelmüüs gsii…» Doch auch in Zukunft bleiben die Beiden der Wädenswiler Fasnacht erhalten. Während Urs Hermann weiterhin in der Redaktion der Fasnachtszeitung tätig ist, übernimmt Peter Dolder von ihm die Organisation der Beizenfasnacht. Auch wenn sie nicht mehr als Wüelmüüs unterwegs sind, die Ideen gehen dem schlagfertigen Wädenswiler Duo, nicht aus.

Wie haben Sie es mit der Fasnacht?

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Strassenumfrage Steve Springer

Das Schnitzelbankfest kam direkt aus der Badi

Quelle: Gewerbe-Zeitung Wädenswil, Dienstag, 12. März 2019 Text Walter "Cheesy" Tessarolo, Bilder Stefan Baumgartner, Peter Dolder.

Fasnächtler luden zum Badespass

Quelle: Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Montag, 04. März 2019 Text Dorothea Uckelmann, Fotos Sabine Rock
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Die Neue Fasnachtsgesellschaft veranstaltete am Freitag ihr Schnitzelbankfest in der Kulturhalle Glärnisch. Durch den Abend führte Brauni als selbst ernannter Bademeister der Brättlibadi.
 
Obwohl in der fünften Jahreszeit noch keine hochsommerlichen Temperaturen herrschen, wurde am Freitagabend in der Kulturhalle Glärnisch bereits die Badisaison eröffnet. Als Bademeister der Brättlibadi hiess Brauni (Bruno Cogliati) die Gäste zur Premiere des diesjährigen Schnitzelbankfests willkommen und führte durch den Abend. Zu Beginn teilte er den Saal in verschiedene Badibereiche ein. «Da vorne rechts ist die Frauenabteilung», bestimmte er und fügte hinzu: «da wird öfter reklamiert.» In der Männerabteilung hingegen gehe es ruhiger zu. Dort habe der eine oder andere schon den Schwimmreif umgeschnallt. Schnell wähnten sich auch die Gäste im Badifieber und machten eine Welle durch den ganzen Saal. Bademeister Brauni wurde nicht müde, zwischen den Programmpunkten aus der Badifundkiste zu plaudern. «Fehlt noch der Zürichsee», sagte er und zeigte auf die Bühne, auf der die «Gruppen durch den Abend schwimmen».

Haarverliebte Wädenswiler

Den Auftakt bildeten die Jungtambouren, die als coole Gang die Bühne betraten. Sie zeigten eindrücklich, dass sie den Takt auch auf und mit Wasserkanistern angeben können, und begeisterten das Publikum mit ihrer präzisen Performance. Nicht still blieb das Telefon der Luggenbüesser. Der Draht zur Stadtverwaltung, zu Frau Müller, zur Stadtpolizei und zum Bauamt lief regelrecht heiss. Auch wenn der Anrufer etwas Geduld brauchte, bis auf dem Bauamt jemand abnahm. Die Anfragen wurden wohlwollend entgegengenommen und schlagkräftig beantwortet. So tröstet die Stadtverwaltung eine Anruferin, die das Eisfeld auf dem Seeplatz schmerzlich vermisst. Sie könne ja jetzt den durch die Fusion gewonnenen Hüttnersee zum Schlittschuhlaufen benutzen. Was die Schliessung von Bär Sport über die Wädenswiler aussagt, weiss Frau Müller trefflich am Telefon zu beantworten. «Haarverliebt und Sportmuffel», lautet ihr Fazit. Kein Auge trocken blieb bei den Anrufen von Strassenreiniger Giuseppe, der im Telefonat mit dem Bauamt mehrfach mit italienischem Akzent seine Unschuld betreffend den fehlenden Zebrastreifen bekundete.
Mit schrägen Tönen, aber trefflichen Reimen singen die Wädi-Büezär über die schlechte Beizensituation und das Lädelisterben in Wädenswil. Auch die grosse Coiffeurdichte in der Gemeinde und die vom Kanton Schwyz ausgeweitete Grenze machten sie zum Thema. Nach dem Verschwinden der Blumenrabatten im letzten Jahr sorgen sie sich in diesem um die Zebrastreifen. Zwar hat Wädenswil derzeit kein Eisfeld mehr, dafür kann es mit einer neuen Eishockeymannschaft aufwarten. Die Gugge Wadin-Schränzer Wädischwyl lief in schwarz-roten Tenüs ein und holte die Gäste mit «Atemlos» auf die Beine.

Wüelmüüs zum letzten Mal

Musikalisch ging es im zweiten Teil des Abends weiter. Die Gugge Trubadix sorgte mit «Das ist alles nur geklaut» für ausgelassene Stimmung und animierte die Wadin-Schränzer zu einer Polonaise durch den Saal.
Einen Blick über den Tellerrand und die teilweise neuen Grenzen Wädenswils hinaus wagten die Halb-Edlä vo Wättischwil. Die Aktionen der Richterswiler wurden argwöhnisch belächelt. Aber auch den durch Wildtatar erkrankten Horgner Gemeinderat ziehen die Halb-Edlä vo Wättischwil durch den Kakao. Ganz zu schweigen von den im Nachbarland lebenden Gummihälsen.
Sehr zum Bedauern des Präsidenten der Neuen Fasnachtsgesellschaft, Christoph Lehmann, kommt das Publikum dieses Jahr zum letzten Mal in den Genuss der spitzen Verse der Wüelmüüs. In üblicher Wüelmüüs-Manier sangen sie ihre pointierten Verse über die fehlenden Kirchenbänke, die Machtübernahme des «Chrampfadergschwaders in der Brättlibadi» und warum sie Jacqueline Fehr «voll näb de Schpuur» finden. Weshalb Stadtpräsident Kutter jetzt, wo er in Bern angekommen ist, statt vom Hebel der Macht lieber vom Handy Gebrauch macht, können die Wüelmüüs nicht nachvollziehen.
Dann ist die Bühne frei für Grosi Annekäthi Huuser. Mit ihrem Pfleger Gilbert tauscht sie Klatsch und Tratsch aus und verrät, als was sie sich an Fasnacht verkleiden wird: Franzose. Kaum gesagt, zieht sie sich eine gelbe Weste an. Mit Wortwitz und Situationskomik strapaziert das ungleiche Paar auch zu später Stunde die Lachmuskeln des Publikums.
Annekäthi Huuser und ihr Pfleger Gilbert sorgten mit ihrem komödiantischen Talent für viel Gelächter im Publikum.
 
Bademeister Brauni demonstrierte die Haltung fürs Sonnenbad.

Die Wüelmüüs sangen zum letzten Mal ihre treffenden Reime.
Giuseppe beschäftigte das Bauamt der Luggenbüesser mit Anrufen.

Sie stehen für schlechten Gesang und lustige Verse: Die Wädi-Büezär.
Die Nachbargemeinden blieben von den Halb-Edlä nicht verschont.
Die Wadin Schränzer sorgten als Eishockeyspieler für Stimmung.

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